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Modelle

Ein wissenschaftliches Modell ist ein vereinfachtes Abbild der Wirklichkeit. Und auch die menschliche Wahrnehmung funktioniert gewissermaßen modellhaft. Von der äusseren Wirklichkeit entsteht in uns ein Bild mit verkürzten Eigenschaften. Dieses Bild kann unser Verstand erfassen, abspeichern, wiedererinnern. Modelle erfüllen also eine Funktion. Sie geben nicht die Wirklichkeit wieder, sondern sollen helfen, die Wirklichkeit zu strukturieren. Jede Behandlungsmethode basiert auf einem grundsätzlichen Modell im Hintergrund. Sie können deshalb unter den Stichwörtern zu den Behandlungsmethoden einiges zu dem jeweiligen Modell lesen. Im folgenden finden Sie einige allgemeine Modelle.

 

Das 7-Faktoren-Modell

Dieses Modell unterteilt die Einflussfaktoren, welche ursächlich verantwortlich sind für die Schädigung unseres Organismus (siehe auch biologische Medizin), wie folgt:

- strukturelle Probleme: z.B. Faszienverkürzungen (etwa beim Säugling nach ungünstigen geburtsbedingten Krafteinwirkungen), Beckenschiefstand, Wirbelblockaden, etc. mit Ihrer einschränkenden Wirkung auf die Körperstatik und die körperliche Belastbarkeit bis hin zu erhöhter Neigung zu chronischem Schmerz

- Mangelzustände: Mangel an Mineralien, Fettsäuren, Wasser, Enzyme, etc. als ungünstige Grundlage für die biochemischen Vorgänge auf zellulärer Ebene und damit als Nährboden für Krankheit

- Toxinbelastung: Schwermetalle, Lösungsmittel, Erregergifte aus vergangenen Infektionen, Medikamentenrückstände, Fremdeiweiße aus Impfungen, Aflatoxine aus verschimmelter Nahrung, etc. mit jeweils schädigendem Einfluß auf den Zellstoffwechsel, die Immunreaktionen, die Organfunktionen usw.

- Lebensmittel- und Umweltallergien: es gibt sogenannte Primärallergien. Diese bestehen vornehmlich gegen die Fremdeiweiße aus Milch, Ei, Gluten und andere, welche typischerweise zu früh im Leben als Säugling verabreicht werden, den Darm und das Immunsystem schädigen und eine oft lebenslange überschießende Reaktion des Immunsystems bewirken. Durch diese frühe Prägung des Immunsystems ergibt sich später im Leben oft eine erhöhte Empfindlichkeit auf andere Lebensmittel und Stoffe aus der Umwelt (Sekundärallergien). Die Primärallergie ist eine lymphozytär bedingte zelluläre Reaktion. Die häufig durchgeführte Testung auf Immunglobulin E (Immunglobulin des Soforttyps der Reaktion) im Blut korreliert nicht mit dieser Primärallergie. Auch der Haut-Prick-Test sagt wenig aus, da die Haut ein anderes allergologisches Organ ist als der Darm und oft anders reagiert als dieser.

- Energetische Störungen: diese sind vor allem sogenannte Störfelder im Zahnbereich (z.B. ein wurzelbehandelter und somit toter Zahn; der Organismus versucht diesen abzustoßen; dies führt zur Bildung einer Zyste im Wurzelbereich, in der sich Mercaptane und Thioäther [Leichengifte]sammeln und von hier aus in den Körper streuen und auf die Organe schädigend wirken); auch Narben, Implantate und anderes können blockierend auf den Organismus wirken

- Biophysikalischer Stress: durch handy-Masten, Hochspannungsleitungen, Wasseradern etc. ergeben sich sehr häufig Belastungen, welche z.B. zu Störungen im Schlaf-Wach-Rhythmus führen; auch Zusammenhänge zu schweren Erkrankungen werden diskutiert (hierzu gibt es mehrere Studien, die sich im Ergebnis zum Teil scheinbar widersprechen; hier ist es interessant, sich die jeweiligen Auftraggeber anzusehen)

- Unerlöste seelische Konflikte: eine gegenwärtige Situation oder eine Erfahrung in der Vergangenheit kann unter Umständen von unserer Leib-Seele-Einheit nicht verarbeitet werden und zur posttraumatischen Belastungsstörung oder einer psychischen Abspaltung führen; die Symptome machen sich nicht nur auf der bewußt-psychischen Ebene bemerkbar (Ängste, Schuldgefühle, Wut usw.), sondern oft auch auf der energetischen und körperlichen (psychosomatischen) Ebene bis hin zu den biochemischen- / Stoffwechsel-vorgängen (z.B. das Maß der Aufnahmebereitschaft von Spurenelementen in der Darmschleimhaut und vieles andere); hierhin gehört auch der Einfluß des Familiensystems und der anderen sozialen Systeme.

 

Das Fass-Modell

Dieses Modell beschreibt sehr einfach einen grundlegenden, in der Heilkunde sehr alten Zusammenhang: die Gesundheit hängt direkt zusammen mit dem Maß, mit dem der Mensch Reize von aussen in sich herein läßt. Alles was der Mensch sich zuführt, von der Nahrung angefangen, kann gut sein (Eu-stress) oder unzuträglich (Dys-stress). Das Fass-Modell sagt, dass sich im Laufe der Zeit in jedem Menschen unverarbeitete (im übertragenen Sinn unverdaute) Dinge ansammeln und irgendwann ein kleiner zusätzlicher Reiz das Fass zum Überlaufen bringt (wobei dieser kleine Reiz zu einem Zeitpunkt, zu dem das Fass weniger angefüllt ist mit Unverarbeitetem, keine Probleme machen würde). Das Überlaufen des Fasses ist bildlich der Moment, in dem sich Symptome zeigen, man also ein Kranksein spürt. Für die Behandlung sagt das Fass-Modell: bei einer Erkrankung sollte man nicht nur auf den letzten auslösenden Reiz schauen (z.B. eine aktuelle Infektion oder eine aktuell emotional belastende Erfahrung oder anderes), sondern Heilung kann oft erst dann eintreten, wenn man die unverarbeiteten und angesammelten Faktoren aus der Vergangenheit angeht (z.B. Toxine im Gewebe, vergangene emotional belastende Erfahrung, etc.).

 

Das Barrieren-Modell

Dieses Modell beschreibt den Prozess der ständigen menschlichen Entwicklung und die dabei typischerweise auftretenden Hürden oder Barrieren, die bei dieser Entwicklung im Weg stehen können. Diese Entwicklung wird in vier Phasen mit vier möglichen Barrieren eingeteilt. Am Anfang steht die Einsichtsbarriere: um Altes hinter sich zu lassen, braucht es erst einmal die Einsicht der Notwendigkeit, etwas hinter sich lassen zu müssen, um Neues zu ermöglichen. Im Verhalten äussert sich ein Verharren an dieser Barriere etwa in sensiblem Rückzug oder expressivem Klammern oder enger verzerrter Wahrnehmung. All dies dient der Vermeidung von Einsicht. Erst das Kontaktaufnehmen mit den eigenen Schattenanteilen in sich ermöglicht Einsicht und damit Weiterentwicklung. Neu gewonnene Einsicht muß im nächsten Schritt in Handlung umgesetzt werden. Entsprechend kommt es auch vor, dass dieser Schritt ausbleibt und man von einer Handlungsbarriere sprechen kann. Hierbei kann es zum Festhalten am Gewohnten kommen bis hin zu Kontrollverhalten oder leidendem Aushalten oder zu Täuschung. An dieser Stelle braucht es geduldiges Arbeiten an sich, um neue Pfade zu erweitern zu breiten Wegen, damit sich gute neue Erfahrungen einstellen können und uns bestärken. Dies ist auch schon der fließende Übergang zur nächsten Phase: die Stärkung. Dazu muß man lernen, Dinge anzunehmen, die uns stärken und solche zu vermeiden, die uns schwächen. Auch das ist ein Prozess. Hier treten im Verhalten paradoxe Phänomene zu Tage wie Schuldgefühle und Selbstbestrafung für neue gute Erfahrungen (Stärkungsbarriere). Am Ende eines Zyklus steht die Abschlußbarriere. Nicht immer sind wir innerlich flexibel, uns auf Neues neu einzustellen. Kontrolle verhindert Spontanität. Ein ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis spiegelt sich in einer allgemein rigiden Lebenseinstellung, welche dann auch andere Menschen schnell zu spüren bekommen. Diese rigide Lebenseinstellung verhindert wiederum die Einsicht zu Veränderung. Hier geht im Barrieren-Modell ein neuer Zyklus los.

 

Das Teile-Modell

Dieses Modell besagt, dass es in jedem Menschen mehrere unterscheidbare Persönlichkeitsanteile gibt, welche zu bestimmten Situationen in den Vordergrund bzw. in den Hintergrund rücken. Ein ganz einfaches Beispiel: zu Hause im Vertrauten Kreis sind wir etwas anders als im Gespräch mit einem Arbeitskollegen. Je nach Gegenüber sind in uns andere Anteile angesprochen, andere Lebensthemen werden aktiviert. Im Extremfall kommt es zur multiplen Persönlichkeit, einem Phänomen, bei dem der eine Persönlichkeitsanteil absolut nichts vom anderen „weiß“. Seelische Gesundheit besteht dann, wenn die verschiedenen Anteile voneinander Wissen und wir als Gesamtpersönlichkeit „integer“ sind, das heißt, wenn uns das Wechseln in andere Persönlichkeitszustände relativ bewußt ist und wir damit auch spielerisch umgehen können. Zu starke unreflektierte Anpassung an das Gegenüber ist auf Dauer für das eigene Ich-Gefühl belastend und kann zerstörerisch wirken. Im Grundsatz jedoch steckt hinter diesem Gleiten können in andere Zustände die soziale Natur des Menschen, nämlich das sich Einstellen auf den Gegenüber und das Teilen wollen von Erfahrung.


Das 5-Ebenen-Modell

Dies ist ein Modell aus dem Yoga und beschreibt relativ allgemein, wie unsere Erfahrungswelt gegliedert ist. Zunächst erleben wir uns als physischen Körper, also als das, was sich direkt mit den 5 physiologischen Sinnen (sehen, hören, schmecken, riechen, tasten) erfassen lässt. Hierzu gehören ebenso die somatischen/ biochemischen Vorgänge im Körper, also alles Stoffliche. Darüber hinaus besitzen wir den energetischen Körper. Das ist dasjenige, was die alten orientalischen Medizinsysteme mit Ihrer Meridianlehre beschreiben. Die Meridiane sind die Hauptbahnen, in den die Lebensenergie fließt. Der oben genannte physische Körper ist durchdrungen von der Lebensenergie dieses energetischen Körpers. Die Lebensenergie ist ganz banal alles das, was den lebenden Menschen vom toten Körper unterscheidet. Die Lebensenergie ist mehr als die Summe aller biochemischen Vorgänge des physischen Körpers. Die Lebensenergie ist vielmehr dasjenige, was alle biochemischen Vorgänge des physischen Körper formt und lenkt. Dieser energetische Körper wird wiederum vom mentalen Körper überlagert. Mit dem mentalen Körper ist alles gemeint, was den Verstand mit seinen Gedanken, Einstellungen, inneren Haltungen und Glaubenssätzen ausmacht. Ein gut organisierter mentaler Körper mit positiven Glaubenssätzen, Gedanken etc. unterstützt optimalerweise den energetischen und damit auch den physischen Körper. Der Verstand selbst ist wiederum integraler Bestandteil der nächsten Ebene: dem intuitiven oder systemischern Körper: unser Leben ist letztlich bestimmt von Vorgängen in uns und um uns herum, die uns oft unbewußt sind. Diese Vorgänge sind aber ganz wesentlich. Sie äussern sich z.B. in symbolischen Träumen oder tranceartigen Erlebnissen mit hoher Achtsamkeit für den Moment. Hierbei geht es letztlich um unser soziales Leben und unsere Aufgabe in der Gemeinschaft. Die letzte Instanz in diesem 5-Ebenen-Modell ist das, was man mit seelischem Körper umschreiben kann: dies ist die Erfahrung des inneren Eins-Seins mit sich selbst, mit allem Leben, mit Gott, wie man es auch nennen mag. Hier befindet sich unser tiefstes inneres Wissen, welches wir in das Leben mitgebracht haben und das uns zu dem macht, was wir sind. Der seelische Körper lenkt also den systemischen, dieser den mentalen, dieser den energetischen und dieser den physischen.


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